Über michBilderReiseberichteVideosPanoramabilderLinksGästebuch

Kronplatzwanderung

Der erste Wandertag
Wir haben herrlich geschlafen, es ist in der Nacht absolut ruhig und schon frühmorgens lacht die Sonne ins Zimmer. Leider gibt es erst ab 08:00 Uhr Frühstück, dafür ist es wieder angenehm ruhig im Restaurant, scheinbar sind hier viele Langschläfer im Hotel. Völlig ohne Stress und ohne Gedränge können wir uns am ausgezeichneten Frühstücksbuffet bedienen.

Nach dem reichlichen Frühstück begeben wir uns wieder aufs Zimmer, um uns für die erste Wanderung herzurichten. Die Talstation der Kronplatz-Seilbahn ist nicht weit vom Hotel entfernt und so machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Nach ca. 10 Minuten herrlicher Bergfahrt erreichen wir den Kronplatz (Plan de Corones), ein 2275 Meter hoher Berg am Rande der Dolomiten. Er ist Hausberg von Bruneck, ermöglicht ein wunderschönes Panorama auf die Dolomiten und ist ein bekanntes Skigebiet. Auf dem Gipfelplateau des Kronplatzes ist ein Aussichtsturm mit einer großen Glocke. Vom Künstler Paul de Doss-Moroder wurde die Friedensglocke „Concordia 2000“ entworfen. Sie dient als Zeichen des Dankes an alle, die am beispielhaften Ausbau des Skibergs mitgewirkt haben und als Mahnmal für Eintracht und Frieden. Die Glocke wurde im Sommer 2003 in der Spitze des Aussichtsturmes installiert.

Kronplatzwanderung
Wir haben uns entschieden den Panoramawanderweg Nr. 8 vom Kronplatz Richtung Moosener Kaser zu gehen. Vorerst führt der Weg steil bergab bis wir die Waldgrenze erreichen. Danach geht es mehr oder weniger begrauf und bergab quer durch ein äußerst interessantes Waldgebiet. Links und rechts des Waldweges sind auf einer langen Wegstrecke hunderte Waldameisenhaufen zu sehen. Man kommt aus dem Staunen nicht mehr heraus und wir können uns nicht erklären, weshalb gerade hier so viele größere und kleinere Ameisenhaufen angesiedelt sind. Immer wieder sind auch wunderschöne Pilze entlang des Weges zu sehen. Später stellen wir fest, dass nur wenige Wanderer diesen Panoramaweg benutzen und vielleicht deshalb den Waldameisen eine fast unberührte Natur geboten wird.

Zurück

Weiter

Nach ca. 2,5 Stunden erreichen wir den Moosener Kaser, wo sich beim Gipfelkreuz mehrere Italiener aufhalten. Etwas unterhalb in einer Mulde entdecken wir eine schöne Almhütte,wo eine ältere Frau, zwei Wanderer und eine behinderte Frau sitzen. Wir gehen zur Hütte und fragen die Frau ob sie was zum Trinken hat (unsere Wasservorräte im Rucksack sind längst verbraucht). Sie antwortet, Bier, Apfelsaft und Cola. Wir bitten die Frau uns zwei Apfelsäfte, verdünnt mit Wasser zu bringen. Während wir unseren Durst löschen kommen wir mit der netten Südtirolerin ins Gespräch. Sie erzählt, dass sie schon seit Mitte Juli mit ihrer behinderten Tochter auf der Alm ist und vorraussichtlich bis Mitte September bleiben wird. Voller Stolz zeigt sie uns auch die Almhütte von Innen, wo sie mit ihrer Tochter in drei kargen, aber äußerst urigen Räumen wohnt. Strom und Wasser gibt es hier nicht, was sie scheinbar auch nicht allzusehr vermisst, ein kleiner batteriebetriebener Radio ist ihr ganzer Stolz. Sie erzählt auch davon, dass vor ein paar Jahren die Almhütte eines Nachts völlig abgebrannt ist und sie nur durch das Gebell ihres Hundes sich vom Feuer retten konnte. Auf die Frage, ob hier viele Wanderer bei ihr vorbeikommen gibt sie unmißverständlich zu verstehen, dass sie die Italiener nicht gerne sieht und froh ist, dass bald die Schulferien in Italien vorbei sind.

Nach dem netten und unterhaltsamen Gespräch mit der Südtirolerin wandern wir auf dem Weg Nr. 12B weiter Richtung Heidenberg. Es geht stetig bergab und plötzlich verspüre ich im rechten Knie einen stechenden Schmerz, der leider immer stärker wird. Durch das Abwärtsgehen ist mein rechtes Kniegelenk völlig überlastet und ich kann nur noch mühevoll und unter großen Schmerzen weiter gehen. Nach ca. 1,5 Stunden erreichen wir das Gasthaus Heidenberg, wo an einer urigen Holzhütte Brot gebacken wird und ein richtiges Volksfest veranstaltet wird. Ich bin froh, endlich mein lädiertes Knie etwas entlasten zu können. Wir nehmen an einem Biertisch Platz und verfolgen das rege Treiben beim Brot backen, um nebenbei auch unseren Durst mit kalten Getränken zu stillen.

Nach dieser Rast geht es weiter Richtung Stefansdorf. Wieder quäle ich mich langsam auf dem abwärtsführenden Weg dahin und bin froh, als ich nach ca. 45 Minuten endlich den Kirchturm von Stefansdorf erblicke und nur noch einen kurzen Weg bis zum Hotel vor mir habe.

< zurück > nächste Seite