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Tag 13 -> 14.03.2007

Heute stehe ich erst um 07:00 Uhr endlich wieder einmal richtig ausgeschlafen auf, am Balkon trillern die Vögel, Joe ist schon mit rasieren beschäftigt und der Wind pfeift ganz ordentlich durch die Jalousien. Es ist mir gleich bewusst, dass ich heute den letzten vollen Tag in Kuba verbringe und mein Urlaub langsam zu Ende geht, eine kleine innere Stimme sagt mir aber, genieße diesen Tag und lass dich durch nichts aus der Ruhe bringen. Nach dem bereits gewohnten Frühstück mit Weissbrot, Schinkenwurst, Weichkäse und Spiegelei setze ich mich auf einen Schaukelstuhl und mache meine Notizen am Handheld-PC, Mayra schaut ziemlich mißtrauisch und verwundert was ich mache und ist danach mit telefonieren beschäftigt.

Marktbesuch
Nach dem Fritz das Auto vom Nachtparkplatz geholt hat fahren wir wieder ins Zentrum von Havanna, um beim Markt am Hafen Souvenirs aus Kuba zu kaufen. Wir steigen direkt beim Marktplatz aus und Fritz fährt zur österreichischen Botschaft, um für die geplante Ausreise von Putscho und Estrella nach Österreich noch einiges abzuklären. Während Gerhard alleine durch die Marktstände schlendert bin ich mit Joe unterwegs, um einen preisgünstigen Humidor für seine Zigarren zu finden. Es sind bereits viele Besucher am Markt und wir drängeln uns zwischen den engen Standplätzen durch. An einem Marktstand entdecke ich wunderschöne kubanische Holzfiguren, die eine Größe von ca. 20 cm haben und mir hervorragend gefallen. Ich versuche den Preis von 6 CUC für 2 Stk. herunter zu handeln und der Verkäufer bietet mir für 10 CUC vier Figuren an. Die Figuren gibt es in verschiedensten Ausführungen als kubanische Musikanten und sind wirklich schön anzuschauen, außerdem können sie in Einzelteile zerlegt werden, was zum Transportieren im Koffer ideal ist. Ich habe das Gefühl, dass dieser Preis wirklich fair und günstig ist, nehme dieses Angebot sofort an und bezahle die 10 CUC. Zwei kleine Delphine und eine Schildkröte, ebenfalls aus Mahagoniholz lasse ich mir vom freundlichen Verkäufer auch noch einpacken.

An vielen Ständen werden schöne Humidor-Modelle angeboten, wobei die Preisspanne von billigen Modellen ab 20 CUC bis zu den exclusiven über 100 CUC geht. Wir schauen uns mehrere Modelle an und es macht uns so richtig Spaß, die von den Händlern vorgeschlagenen Preise nach unten zu handeln. An einem Stand wird ein wirklich schöner Humidor aus Zedernholz mit schöner Intarsieneinlage am Deckel zum Preis von 50 CUC angeboten. Wir schlagen dem Händler vor 35 CUC dafür zu bezahlen, er will uns jedoch höchstens bis auf einen Preis von 40 CUC nachlassen. Wir gehen weiter, um uns noch am ganzen Markt umzuschauen und vielleicht doch noch etwas ähnliches billiger zu finden. Es zeigt sich aber, dass wir keinen Besseren finden und gehen daher wieder zu diesem Stand zurück. Der Verkäufer freut sich riesig als wir wieder bei ihm auftauchen und den Humidor schließlich doch um 40 CUC kaufen.

Am Strand von Playa del Este
Zufrieden und mit dem Gefühl ein Schnäppchen gemacht zu haben gehen wir um 11:15 Uhr zum vereinbarten Treffpunkt, wo Gerhard auf der Parkbank schon wartet und Fritz gerade mit dem Auto angefahren kommt. Er erzählt, dass er auf der österreichischen Botschaft, die er wegen Übersiedlung an einen anderen Platz erst nach langem Suchen gefunden hat, leider nichts ausrichten konnte. Wir fahren jetzt gemeinsam noch einmal zum Strand Playa del Este, Fritz fährt jedoch wieder nach Havanna zurück um Geld zu wechseln und Zigarren zu kaufen. Der Strand ist heute wegen des sehr starken Seewindes fast völlig verwaist, aber gerade wegen dieser Verlassenheit und den vom Wind leicht in eine Richtung geneigten hohen, mayestätischen Königspalmen wirkt er fast wie ein Kunstwerk. Die schäumende See und der mit zahlreichen, weißen Wolken überzogene blaue Himmel ergeben den idealen Hintergrund für dieses Kunstwerk.

Wir platzieren unsere Liegen wieder an unserem gewohnten Platz und bemerken, dass der Sonnenschirm gegenüber immer noch unbrauchbar und im selben Zustand ist, wie ihn die zwei „Arbeiter“ vor 4 Tagen verlassen haben. Mein erster Gedanke, ob diese Baustelle überhaupt noch einmal fertig wird, verdränge ich sofort wieder, habe ich mir doch fest vorgenommen mich über nichts aufzuregen und alles gelassen und ohne Stress hinzunehmen. Nachdem durch den Wind und die Wellen ein Schwimmen fast unmöglich ist, liegen wir faul auf unseren Liegestühlen herum und ich genieße beim letzten Strandaufenthalt in Kuba mit den Kopfhörern im Ohr meine Musik aus dem MP-3 Player.

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Am Nachmittag spaziere ich mit Joe den Strand entlang und wir entdecken jede Menge kleiner Quallen, die durch das unruhige Meer an den Strand angespült werden. Sie schauen aus wie mit Wasser aufgefüllte durchsichtige Luftballone, ein kleiner Krebs kämpft ebenfalls gegen die Wellen an und versucht verzweifelt ins Wasser zu kommen. Um ca. 15:00 Uhr taucht Fritz plötzlich wieder mit einem breiten Grinsen am Strand auf und erzählt, dass er endlich Cohiba-Zigarren bester Qualität gekauft und auch für mich 2 Zigarrenkistchen mitgenommen hat. Der meerseitige Wind wird immer stärker und wir müssen uns mit Liegestühlen und Handtüchern einen Windschutz aufbauen, damit uns der feinkörnige Sand nicht ins Gesicht und in die Ritzen der Fototaschen bläst.

Sex on the Beach
Zwei engumschlungene Paare, die Burschen sind wesentlich älter als die Mädchen, die noch in ihren Schuluniformen stecken, gehen an uns vorbei in Richtung Strand und verschwinden im dahinterliegenden Gebüsch. Etwas später kommt noch so ein "Liebespaar" und verschwindet ebenfalls relativ rasch. Es geht nicht lange und schon tauchen sie alle wieder auf, die Mädchen reden beim Vorbeigehen miteinander und es scheint so, als ob sie nicht mehr zusammen gehören. Man kann sich ja denken, was hier im verdeckten Strandbereich vor sich gegangen ist, auf jeden Fall haben die Mädchen danach eher verstört als happy gewirkt.

Kurze Zeit später tänzelt wie auf einem Laufsteg einer Modeschau eine rassige, dunkelbraune Kubanerin über die sandverwehte Düne daher und steuert direkt auf unseren Platz zu. Sie versucht mit uns ins Gespräch zu kommen, ihr knapper Bikini und das lässig übergestreifte hautenge T-Shirt lösen unweigerlich erotische Gedanken aus. Sie sprüht nur so vor Sinnlichkeit und selbstbewusster Zurschaustellung, bemerkt aber bald, dass keiner von uns Interesse an einem erotischen Abenteuer hat. Stolzen Schrittes verlässt sie unseren Platz und setzt sich auf einen leeren Liegestuhl direkt vor uns an den Strand und fummelt an ihrem Handy herum. Es dauert nicht lange, schon kommt ein uniformierter Strandwächter, kontrolliert die Mulattin und unterhält sich anschließend eine Weile mit ihr.

Um ca. 18:00 Uhr beenden wir unseren Badeausflug und begeben uns wieder zum Auto, wo uns Fritz die Zigarren zeigt. Während wir uns über die gute Qualität der Zigarren unterhalten taucht die Mulattin wieder auf und fragt uns, ob wir sie mit dem Auto bis nach Havanna mitnehmen können. Natürlich nehmen wir sie mit, Joe und Gerhard haben das Vergnügen, die hübsche Lady auf der hinteren Sitzbank in die Mitte zu nehmen. Um 18:30 Uhr sind wir wieder bei Mayra, die bereits für das Abendessen aufgedeckt und gekocht hat. Danach diskutieren wir noch, was wir am heutigen Abend noch unternehmen werden. Fritz, Gerhard und Mayra entschliessen sich noch einmal in die City zu fahren, Joe und ich haben keine Lust mehr und bleiben zu Hause.

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