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Tag 10 -> 11.03.2007

Sommerzeit
Ich wache heute um 06:45 Uhr auf und wieder kommt durch die halboffenen Jalousien eine frische, angenehme Brise. Eigentlich bin ich durch die störende Musik vom Nachbarhaus sehr spät eingeschlafen und noch hundemüde, doch von der Küche höre ich schon Geschirr klappern. Auch Joe ist bereits aufgestanden und klagt über leichte Verdauungsbeschwerden, weshalb ich ihm meine Kohle-Tabletten gegen Durchfall gebe. Beim ausgiebigen Frühstück mit Spiegelei erfahren wir von Mayra, dass heute in Kuba die Uhr auf Sommerzeit umgestellt worden ist. Nach dem Frühstück blicke ich vom Balkon auf die Strasse und sehe an einem kleinen, unscheinbaren Gebäude eine große Menschenschlange warten und es schaut so aus, als ob hier Lebensmittel oder sonstige Gebrauchsartikel ausgegeben werden. Fritz holt inzwischen wieder unser Mietauto, dass wir übrigens jede Nacht gegen Gebühr an einem bewachten Parkplatz abstellen.

Playa del Este
Auch heute zeigt sich der Himmel im strahlenden blau und es ist wieder einmal Bräune schinden angesagt, deshalb setzen wir uns mit unseren Badeutensilien hoffnungsvoll ins Auto. Bei der Auffahrt zur Autopista suchen wir ein markantes Detail und sehen auf der linken Seite einen großen Gittermast, den wir uns als Merkmal der richtigen Ausfahrt einprägen. Die Fahrt geht wieder Richtung Zentrum von Havanna und kurz davor nach rechts in Richtung Playa del Este. Voller Tatendrang und Vorfreude aufs Baden fahren wir sehnsüchtig nach einem Traumstrand Ausschau haltend entlang der Ostküste. Fritz spricht davon, dass er den Strand hier kennt, die Gegend wird aber immer einsamer und öder und nach ca. 45 Minuten Autofahrt entschließen wir uns wieder retour zu fahren. Bei der Rückfahrt entdecken wir Santa Maria, wo wir eine schöne Bungalowanlage mit einem großen Hotel finden. Wir parken unser Auto und über eine Düne geht’s zum Strand, wo uns eine frische Brise und ein leicht bewegtes Meer erwartet. Obwohl es hier nicht so schön ist wie am Strand von Trinidad mit den herrlichen Palmen, gefällt es mir, weil der Strand abseits des Hotels jetzt noch fast völlig leer ist und ich so meinen fehlenden Schlaf nachholen kann. Wir platzieren unsere Liegen unter einem Sonnenschirm und werden nach dem Abkassieren der Liegestuhlgebühren von der Strandaufsicht gleich freundlich darauf hingewiesen, unsere Sachen nicht außer Kontrolle zu lassen. Als erstes geht’s ins erfrischende Wasser, allerdings ist das Schwimmen durch die großen Wellen eher mühsam und ich ziehe es daher vor, auf meinem Liegestuhl einzunicken und bei heimischer Musik aus meinem MP3-Player zu dösen.

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Strandgefühle
So gegen Mittag kommen immer mehr Menschen an den Strand, rechts von uns direkt am Wasser ist eine kubanische Schönheit damit beschäftigt, ihre glatzköpfige Eroberung mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln zu verführen. Wir beobachten dieses Treiben eine Zeitlang und stellen neidisch fest, dass der Glatzkopf wohl einen Volltreffer gelandet hat. Links von uns ist eine junge Familie mit zwei Kindern, die sich im weißen Sand mit verschiedenen Ballspielen beschäftigen. Bei einer leichten Brise und einer Temperatur jenseits von 30° C faulenzen wir sorglos im Schatten unseres mit Palmenblättern gedeckten Sonnenschirms, vor uns liegt das blaue, unruhige karibische Meer und der feine Sandstrand. Zwei Kubaner ziehen ein Büschel Palmenblätter am Rücken über den Sand und beginnen nach längerer Diskussion in der Nähe von uns ein leeres Sonnenschirmgerüst mit den Blättern einzudecken. Gemächlich und mit andauerndem Geschwätz nageln sie einzelne Blätter fest, das Tempo ihrer Arbeit ist fast nicht mehr zu unterbieten. Nach rund einer halben Stunde „Arbeit“ beenden sie die „Vorführung“ und verlassen den Strand und tauchen auch nicht mehr auf, der Sonnenschirm ist nach wie vor nicht als Schattenspender zu gebrauchen.

Kurzbesuch in Havanna-Zentrum
Um 16:15 Uhr fahren wir wieder nach Havanna zurück und parken am Palacio de Artesania. Während Fritz, Joe und Gerhard zum Markt gehen setze ich mich am Park in der Nähe eines prächtigen Baumes auf eine Mauer, lese im Reiseführer und beobachte das rege Treiben rund um den Park. Nach etwa einer 1/2 Stunde kommt Joe wieder zurück und wir gehen nun gemeinsam zu einem von weitem sichtbaren, großen schönen Gebäude.

Die Bausubstanz entlang dieser engen Strasse ist vorwiegend von Zerfall geprägt und es sind hier auch keine Touristen zu sehen. Nur Einheimische lungern an den Strassenecken herum und Kinder schauen uns mit großen Augen an. Beim Gebäude, das wir von Weitem gesehen haben handelt es sich um das Museum de la Revolucion, das gerade renoviert wird. Dahinter entdecken wir das Memorial Granma, wo hinter einem großen gläsernen Pavillon das Schiff "Granma" steht, mit dem Fidel Castro mit Che Guevara und 80 Getreuen im Dezember 1956 von Mexico kommend in Kuba landete. Im kleinen Park, der die Granma umgibt, sind Flugzeuge, Panzer, Wagen, Raketen und sonstige Heeresgeräte aus der revolutionären Geschichte Kubas zu sehen, der Park wird von mehreren kubanischen Soldaten streng bewacht. Nachdem wir von allen Seiten unsere Bilder gemacht haben gehen wir wieder zurück und sehen an einer Hausfassade ein riesiges Transparent von Fidel Castro und eine große, kubanische Fahne hängt demonstrativ über eine Fensterfassade einer Parteizentrale herunter.

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Anschließend nehmen Joe und ich in einem Cafe eines Hotels an der Hafenstrasse bis zum vereinbarten Zeitpunkt Platz und nach ca. 15 Minuten sehen wir Fritz und Gerhard schon beim Auto warten. Die Beiden sind nicht alleine, denn Fritz hat auf dem Markt ein Vogelkäfig mit zwei wunderschönen Papageien günstig erworben, die er als Geschenk nach Moron zu Estrella und Putscho mitnehmen will. Jetzt fahren wir wieder zu Mayra zurück, übrigens das erste mal ohne irgendwelche Umwege, da jetzt die Ausfahrt mit dem Gittermast gut erkennbar ist. Dort erwartet uns schon ein üppiges Abendessen mit Huhn, Lamm, Fisch mit Reis und verschiedenen Salaten. Heute sind wir alle ziemlich geschafft und gehen frühzeitig schlafen.

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