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Tag 08 -> 09.03.2007

Abschied von Moron
Obwohl ich sehr spät ins Bett gegangen bin werde ich heute schon um 05:30 Uhr wach und beginne schon einmal die Koffer zu packen. Für mich heißt es heute Abschied nehmen von Moron und der Familie Putscho, da ich im Gegensatz zu den Anderen nicht mehr hierher zurück komme. Pünktlich um 06:00 Uhr kräht zu meiner Freude auch wieder der Hahn, es scheint so als ob er mir schon abgegangen ist und es ist mir bewusst, dass ich ihn jetzt das letzte Mal höre. Nach dem Duschen ist auch schon Estrella und Joe wach und ich setze mich zum Frühstück und geniesse das reichliche Angebot.

Es ist heute wieder herrliches Wetter und das letzte Mal setze ich mich zu dieser frühen Morgenstunde auf den Schaukelstuhl und beobachte wie Erwachsene und Kinder in Schuluniformen in Grüppchen entlang der Straße gehen oder mit den Fahrradtaxis fahren. Fritz, Gerhard und Putscho haben in der Zwischenzeit auch schon gefrühstückt und wir beschliessen, dass Fritz mit Putscho vor der langen Fahrt nach Havanna zum Autoverleih in die Stadt fährt um das Problem mit der Ölwarnleuchte überprüfen zu lassen. Wir sitzen den halben Vormittag gelangweilt herum und warten vergeblich auf das Auftauchen unseres Mietautos, als zwischendurch Putscho mit seinem Pontiac vorbeikommt und von größeren Problemen an unserem Auto spricht. Er sucht in seiner Werkstatt verzweifelt nach geeigneten Schrauben, die für die Reparatur benötigt werden. Und wieder vergeht eine lange Zeit bis endlich gegen 12:00 Uhr Fritz mit dem Auto vorfährt. Alle stürmen wie wild auf Fritz und fragen, was denn so lange gedauert und welche Probleme es gegeben hat. Es ist kaum zu glauben, aber sämtliche Schrauben der Motoraufhängung sind abgebrochen und der Motor ist buchstäblich nur noch auf dem Fahrgestell aufgelegen. Dadurch wurde das Kabel für den Öldruck abgequetscht und hat Alarm ausgelöst, was für uns ein Glück war, denn sonst hätten wir wahrscheinlich bis zum größeren Crash nichts gemerkt. Bezeichnend, dass die Autowerkstätte keine passenden Schrauben hatte und Putscho aushelfen musste.

Um 12:50 Uhr heißt es Abschied nehmen und auch ich habe inzwischen gelernt wie hier in Kuba umarmt und geküsst wird. Für die herzliche und einzigartige Betreuung, vor allem für die gute Küche über mehrere Tage bedanke ich mich recht herzlich und freue mich auf ein Wiedersehen in Bregenz, da Putscho und Estrella im Mai für 3 Monate nach Bregenz kommen werden. Die Fahrt um die Mittagsstunde ist normalerweise nicht so angenehm, aber es ist mittlerweile bewölkt und ganz erträglich. Bei einem Km-Stand von 2001 verlassen wir Moron Richtung Havanna.

Auf der Autopista
Wir sind jetzt auf der Autopista und überall hocken oder stehen am Strassenrand Menschen aller Hautfarben und jedes Alters. An jeder Dorf- oder Stadtausfahrt, an jeder Strassenabzweigung oder Autobahn-Anschlussstelle sind sie zu sehen. Allein oder in Gruppen, stehend, sitzend oder liegend, mit oder ohne Gepäck verharren sie Stunde um Stunde unter Brücken oder schattenspendendem Gebüsch um mitgenommen zu werden. Es kommt auch öfters vor, dass der Eine oder Andere auch mit einem Geldschein winkt um sich einen Vorteil zu verschaffen. Bei größeren Anschlussstellen ist meistens auch ein uniformierter Beobachter anwesend, der mit strengem Blick und mit einem Notizblock bewaffnet die Mitfahrt regelt. Wenn ein Lastwagen stehen bleibt, beginnt sofort ein Rennen um die wenigen Plätze auf der Ladefläche. Es ist gar nicht so leicht und nicht jedermanns Sache auf die mit hohen Brüstungen versehenen Ladeflächen zu kommen, geschweige denn stehend auf diesen holprigen Strassenverhältnissen mitzufahren. Aber was soll's, wer nicht stehen bleiben will muß halt klettern. Wenn die Laster dann wieder anfahren ziehen sie eine dicke, schwarze stinkende Rauchfahne hinter sich her. Das ist der öffentliche Verkehr "Made in Kuba".

Es ist auch durchaus üblich mit dem Fahrrad, dem Traktor oder dem Pferdefuhrwerk entlang der Autopista in allen Richtungen unterwegs zu sein. Entgegenkommende Reiter auf dem Mittelstreifen oder Ochsengespanne am Seitenrand sind ebenfalls keine Seltenheit. Für Belebung an der Autopista sorgen immer wieder Händler zu Fuß oder auf Pferden, die Käse, Marmelade, Zwiebel und Knoblauch anbieten. Bei einem Kubaner mit Pferd bleiben wir stehen und Fritz kauft ihm seinen Weichkäse um 80 Kubanische Pesos ab. Während der Fahrt legen wir wieder zahlreiche Pausen am Rand der Strasse ein, um den enormen Wasserverbrauch wieder los zu werden.

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Wir sind in Havanna
Endlich um 18:50 Uhr und nach 470 km sind wir vor Havanna und suchen mit dem detaillierten Plan von Putscho die richtige Ausfahrt. Es ist gar nicht so leicht, wenn nirgends ein Hinweisschild angebracht ist und mehrere Ausfahrten aneinander folgen. Nachdem wir an einer Ausfahrt vorbeifahren, die den Angaben von Putscho am ehesten entspricht, drehen wir einfach über den Mittelstreifen der Autopista um und fahren das kurze Stück wieder zurück. Von der Autopista herunter beginnt jetzt an jeder Strassenecke das Fragen nach „Lauton“, der Bezirk in dem Mayra wohnt. Durch mehrmaliges Fragen und mit viel Glück gelingt es uns in dieser großen Stadt noch vor Einbruch der Dunkelheit das Haus von Mayra zu finden. Sie erwartet uns schon und bittet uns in den 3. Stock in ihre Plattenbau-Wohnung, in der auch ihre Freundin am Werkeln ist. Ich bin völlig überrascht, dass eine alleinstehende Person so eine große Wohnung hat. Joe und ich als auch Fritz und Gerhrard bekommen jeweils ein Zimmer mit zwei Betten zugeteilt, wenn auch Gerhard und Fritz etwas beengte Verhältnisse vorfinden. Wir richten uns in den Zimmern ein und nehmen nach dem Duschen einen Espresso, während Mayra schon das Abendessen zubereitet. Nach dem Abendessen sind wir von der langen Fahrt müde und gehen zu Bett.

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