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Tag 07 -> 08.03.2007

Letztes Frühstück in Trinidad
Das Frühstück ist heute erstmals etwas umfangreicher, nachdem Fritz gestern Abend unserer Vermieterin klar gemacht hat, dass sie bei der Nachbarin auch Käse, Wurst und Frühstückseier bekommen. Nach dem Frühstück bemühe ich mich darum, dass wir jeder getrennt eine Rechnung für die 3 Übernachtungen bekommen. Dies findet vorerst nicht gerade das Wohlwollen der Kubanerin, schlussendlich fügt sie sich unserem Wunsch und füllt auch noch eine zweite Rechnung für Joe aus. Heute ist ein ganz besonderer Tag, da Fritz seinen 47. Geburtstag feiert. Wir gehen daher gleich nach dem Frühstück zum Nachbarhaus und gratulieren Fritz, der gerade mit Gerhard beim Frühstück ist zum Geburtstag.

Nach Moron zur Geburtstagsfeier
Nach dem Frühstück starten wir um 08:15 Uhr wieder nach Moron, wo von Estrella und Putscho eine Geburtstagsfeier für Fritz organisiert wird. Allerdings fahren wir vorerst über Cienfuegos nach Palmira, wo Fritz bei Elisabeth Zigarren abholen möchte. Auch jetzt ist die Landschaft hügelig, trocken-braun und wenig inspirierend. Die Strasse führt anfangs entlang der Küste und ist extrem holprig und nicht sehr viel befahren. Die vom klaren Morgenlicht erzeugte Stimmung ist sehr rasch verflogen und hat einem grellen, bizarren Licht Platz gemacht. Wir fahren an einer großen Langustenfarm vorbei und aufkommende Langeweile begleitet unsere Fahrt Richtung Norden.

Die karge Landschaft mit eher nur kleinen, vereinzelten Ortschaften entlang des Küstenstreifens wird nach einer Überquerung eines kleinen Bergabschnittes plötzlich wieder interessant. Beim Abwärtsfahren kommt uns mitten auf der Strasse eine ganze Rinderherde mit „Cowboys“ entgegen. Wir stellen unser Auto auf der rechten Seite ab und warten mit den Fotoapparaten bewaffnet auf die langsam daherziehende Herde. Voraus trabt auf einem Pferd ein Kubaner mit einer roten Fahne, dahinter folgen mehrere Reiter diesem Konvoi. Wir fotografieren und begrüßen sie herzlich und ein Kubaner überlässt Fritz sein Pferd für einen kleinen Ausritt, natürlich nicht ohne dafür ein paar Pesos einzuheimsen.

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Cienfuegos
Kurze Zeit später wird’s wieder interessant, da die Strasse plötzlich und ohne Hinweisschild sich in zwei Richtungen aufteilt. Wir entscheiden uns für die linke Seite, was sich als goldrichtig herausstellt, da wir um ca.10:00 Uhr vor Cienfuegos eintreffen. Sie gilt als sauberste und gepflegteste Stadt Kubas und viele der alten Kolonialstilhäuser sind neu renoviert. Die Stadt ist äusserst lebendig, aber nicht allzu touristisch, da sie vom nahen Trinidad konkurrenziert wird. Leider bekommen wir von Cienfuegos nicht viel mit, da wir nur auf der Durchreise sind.

Nach der Durchfahrt von Cienfuegos wird die Landschaft wieder etwas grüner, die Wiesen saftiger und zahlreiche Königs-Palmen werten das Erscheinungsbild erheblich auf. Um 10:45 Uhr sind wir in Palmira und suchen nach Elisabeth. Wir fahren langsam durch den kleinen Ort und biegen vor dem Eisenbahnübergang nach links in eine Strasse ab. Nach längerem Suchen und Fragen nach einer Elisabeth aus Moron finden wir endlich am Ende der Strasse auf der rechten Seite das Haus (Cespedes Nr. 62). Der Schwiegervater ist allein zu Hause und ruft Elisabeth sofort an, dass Besuch für sie da ist. Im Vorraum des Hauses warten wir auf Schaukelstühlen auf Elisabeth und an der Wand hängen große Diplome der Universität Cienfuegos über das Ingenieur-Studium seines Sohnes und der Schwiegertochter Elisabeth. Kurze Zeit später kommt Elisabeth, eine kleine zierliche Person und führt uns nach kurzer Begrüßung nach hinten in den kleinen Anbau, in dem sie mit ihrem Mann wohnt. Rund um diese kleine Behausung ist ein Verschlag mit Schweinen und Hühnern sowie rostige Fahrzeugteile und Maschinen liegen ungeordnet herum. Auch in der kleinen Küche ihrer Wohnung liegt der penetrante Duft des Schweinestalles in der Luft. Sie macht uns einen Espresso und kann dem Wunsch von Fritz, Zigarren mitzunehmen leider nicht entsprechen, da sie zur Zeit keine hat. Sie richtet noch ein Lebensmittelpaket für ihre Mutter in Moron und um 11:30 Uhr fahren wir weiter Richtung Santa Clara.

Auf der Autopista
Um 13:30 Uhr, wir sind immer noch Richtung Moron unterwegs und Gerhard ist wieder einmal am Steuer. Während uns kubanische Musik der Musikgruppen aus Trinidad so richtig einlullt und Gerhard wie ein Formeleinsfahrer über die Autopista brettert, werden wir durch ein großes Schlagloch überrascht. Mit einem lauten Knall fliegen wir regelrecht drüber und kurze Zeit später leuchtet die Ölkontrolle auf. Bei einer Kontrolle am Ölmessstab, stellen wir fest, dass noch genügend Öl im Motor ist und riskieren die Weiterfahrt. Jetzt wird die Luft immer schwüler und drückender, ein leichter Schleier legt sich, vorerst unbemerkt über die Landschaft. Der Himmel verdüstert sich und schon kurze Zeit später beginnt es leicht zu tröpfeln. Kurz vor Moron geraten wir dann in einen gewaltigen Wolkenbruch, die Scheibenwischer laufen auf vollen Touren. Er verwandelt Strassen und die angrenzenden Wiesen in kurzer Zeit in eine Wasserlandschaft. Um 15:00 Uhr, der Regen hat inzwischen aufgehört sind wir wieder in Moron. Wieder gibt’s eine herzliche Begrüssung und der Nachbar, ein stämmiger Neger, freut sich schon darauf unser Auto waschen zu dürfen und etwas Geld zu verdienen.

Nachdem wir alle geduscht haben warten wir mit knurrendem Magen auf den Schaukelstühlen auf das verspätete Mittagessen. Estrella kocht heute gebratene Garnelen mit Reis und Salat, was ihr wieder ausgezeichnet gelungen ist und wir das excelente Essen in vollen Zügen geniessen. Nach dem Essen erklärt uns Putscho die Anfahrt zur Wohnung von Mayra in Havanna, auf einem Blatt Papier zeichnet er die wichtigsten Straßen zum besseren Auffinden ein.

Geburtstagfeier Fritz
Dieser neuerliche Zwischenstopp in Moron wurde ja nur aufgrund der Geburtstagfeier für Fritz eingelegt. Im Hinterhof vor dem Geräteschuppen wird in einem aufgebockten rostigen Fass das Feuer angeheizt und daneben hängt im Freien schon ein riesiger Fisch, der auf sein Grillvergnügen wartet. Sepia ist in der Küche an einem riesigen Topf mit Reis und Bohnen beschäftigt, während Estrella mit ihrer Freundin an der Abwasch plaudert. Auf der Terrasse sehen wir auf einem Tisch eine große Geburtstagstorte mit der Aufschrift „Felicidades Fritz“, die den Anschein macht, als ob sie nur aus Zuckerglasur besteht. Natürlich gibt’s auch viel zu erzählen über die 3 Tage in Trinidad und Putscho bereitet es sichtlich Vergnügen, unsere Bilder der Digitalkameras auf die Festplatte seines Computers herunter zu laden, während wir auf der Terrasse das Bucanero-Bier und den Rum geniessen.

Immer mehr Personen kommen vorbei und beglückwünschen Fritz zu seinem Geburtstag. Auch Schneider Walter mit seiner kessen Schwiegermutter ist an diesem Abend wieder hier und er verspricht noch eine Überraschung. Nachdem wir den gegrillten Fisch mit Reis und Salat verzehrt haben, begeben wir uns wieder auf die Terrasse und warten auf die Überraschung, die sich auch kurz danach einstellt. Es ist eine 3-Mann Kapelle, die mit kubanischen Musikstücken begeistert. Alles ist jetzt auf der Terrasse und vor allem die Frauen lassen den Rhytmus der Musik nicht ohne Tanz- und Gesangseinlage (> zum Video "Tanzeinlage Kuba") verstreichen. Putscho spricht in der Zwischenzeit ein paar Worte an das Geburtstagskind und danach wird auch der schön verzierte Geburtstagskuchen von Fritz angeschnitten und verzehrt.

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Ich versuche den Tanzeinlagen mit eifrigem Filmen und Fotografieren zu entgehen, doch leider gelingt es mir nicht ganz. Obwohl ich absolut kein Tänzer bin fordert Estrella mich irgendwann auf mit ihr zu tanzen und ich versuche den kubanischen Rhythmus so gut als möglich einzuhalten. Nach zwei, drei Musikstücken finde auch ich Gefallen daran, bin aber dann trotzdem froh diese Hürde gut überstanden zu haben. Noch lange wird gesungen, getanzt und gefeiert und um 01:30 Uhr geht dieser schöne Abend für mich zu Ende.

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