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Tag 05 -> 06.03.2007

Trinidad am Morgen
Um 07:00 Uhr stehen wir heute auf und ich vermisse sofort den Schaukelstuhl und die Aussicht auf die Strasse auf der Veranda in Moron. Hier müssen wir uns am Hinterhof des Hauses unter einem schattenspendenden Baum begnügen. Die Vermieterin, eine resolute Mittvierzigerin ist gerade damit beschäftigt, das Frühstück auf dem kleinen Gartentisch herzurichten. Selten, dass ihr ein Lächeln auskommt, außerdem spricht sie nur sehr schlecht Englisch und wir kaum Spanisch. Die Stühle sind aus Gusseisen und extrem unbequem, das Frühstück ist ebenfalls nicht wie erwartet. Zwei kleine Weissbrote mit Butter und Honig, Wurst und Käse vermissen wir Beide ebenso wie das herzhafte Lachen von Estrella. Joe hat sich überraschend gut erholt und unter seiner dunklen Sonnebrille ist die Haverie der Nacht kaum erkennbar. Rechts schräg gegenüber ist das Schulgebäude, von dem schon ein ordentlicher Lärmpegel von den auf den Unterrichtsbeginn wartenden Schülern kommt.

Unser Traumstrand
Um 09:30 Uhr fahren wir los um den Strand von Trinidad zu besuchen, ohne jedoch zu vergessen uns vorher noch bei einer Tankstelle mit Mineralwasser einzudecken. Nach Angaben von Fritz und Joe fahren wir zu einem der schönsten Strände von Kuba. Die holprige Strasse schlängelt sich über zahlreiche, enge Kurven in Richtung Meer. Schon von Weitem sieht man Hotelkomplexe die Flachebene überragen und nach längerem Hin- und her sind wir am Strand von Playa Ancon angelangt. Wir stellen das Auto direkt am Strand unter einem schattenspendenden Strauch ab und nach Bezahlung der Parkgebühr suchen wir uns einen schönen Liegeplatz. Vor uns liegt ein weißer, weitläufiger Strand mit feinstem Sand, herrlichen Palmen und vereinzelten Sonnenschirmen mit Liegestühlen. Davor erstreckt sich ein azurblaues Meer mit einer im Sonnenlicht glänzenden Oberfläche und wir stehen vorerst wie elektrisiert vor dieser wunderschönen Kulisse. Es ist auch nicht schwer einen schönen Platz unter Palmen zu ergattern und kaum dass wir die Liegestühle besetzt haben, erscheint schon ein kleingewachsener, sonnengebräunter Kubaner zum Einheben der Liegestuhlmiete. Mit seinem vernarbten Gesicht und dem salopp aufgesetzten Kopftuch wirkt er auf mich wie ein Pirat der vergangenen Zeit. Äußerst sympathisch und nett gibt er sich nicht nur mit dem Abkassieren zufrieden, sondern will wissen woher wir kommen und spricht mit uns. Nebenbei gibt er uns noch den Tipp, dass er es organisieren kann, das Abendessen bei Einheimischen zu einem günstigen Preis einnehmen zu können. Nachdem wir uns kurz beraten entscheiden wir uns dafür, diese Möglichkeit auf jeden Fall wahrzunehmen.

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Bevor wir ins Wasser gehen schmieren wir uns gegenseitig noch einmal mit Sonnenschutz ein. Diesmal ist die Wassertiefe ideal und verändert sich gleichmäßig, allerdings nichts für Nichtschwimmer. Wir geniessen sichtlich das Bad in der Karibik, Joe kann allerdings wegen seiner noch ausheilenden Gürtelrose nicht mit ins Wasser gehen. Eine leichte Brise und 31 °C lassen uns unbeschwert und sorglos am Traumstrand faulenzen. Abwechselnd und paarweise machen wir entlang des weitläufigen Strandes unsere Spaziergänge. In der Nähe des Hotelkomplexes werden die Touristen auch zahlreicher, allerdings ist auch dieser Strandabschnitt immer noch erträglich und nicht überlaufen. Unweit von unserem Liegeplatz findet Joe am Nachmittag an der Strandbar des Hotels Tiroler Kollegen, die in lustiger Runde zusammen sitzen und von Joe unterhalten werden.

Ein Abenteuer
Um 16:45 Uhr, nachdem sich Joe endlich von der Strandbar und den Tiroler Kollegen trennen kann, fahren wir mit dem Kubaner zum Abendessen. Dicht gedrängt sitzen wir im Auto und werden von ihm zu einer kleinen Fischersiedlung am Rande von Trinidad gelotst. Die Strasse wird immer holpriger und die Fischerhütten sehen teilweise erbärmlich und verwahrlost aus. Wir biegen nach rechts in eine Gasse ein, vor den ebenerdigen und dreckigen Häusern sitzen Frauen und Kinder und beobachten neugierig die Neuankömmlinge. Wir fahren bei einer Hütte vor und schon verschwindet unser Auto hinter einem großen Holztor, das wie von Geisterhand sofort hinter uns wieder geschlossen wird. Dunkle Gestalten empfangen uns, bei mir kommt jetzt ein mulmiges Gefühl auf und meine Gedanken kreisen nur noch darum, worauf wir uns denn hier eingelassen haben. Wir werden zum Haus gegenüber gebeten und in ein Zimmer geführt, wo bereits für das Essen aufgedeckt ist.

Es schaut von Innen Gott sei Dank besser aus als zu befürchten war und meine Bedenken verschwinden langsam, als uns eine kleine, schmächtige Negerin freundlich begrüßt und willkommen heißt. Wir nehmen an dem gedeckten Tisch Platz, das Essen ist noch nicht ganz fertig, wir blicken uns gegenseitig an und fühlen uns als waschechte Kubaner. Unser Begleiter bringt uns das Bucanero-Bier, das natürlich auch hier wie in Kuba üblich aus Dosen getrunken wird. Dann bringt er den Tomaten- und Krautsalat und die Kubanerin den gebackenen Fisch mit Reis. Nach Kontrolle des Bestecks auf Sauberkeit stürze auch ich mich hungrig auf die angebotene Mahlzeit, die zwar nicht hervorragend, aber dennoch gut ist. Zum Abschluss gibt es als Delikatesse eine Languste, die allerdings leider zuwenig gewürzt ist. Das Essen war absolut in Ordnung und wir bezahlen pro Person die vereinbarten 10.- CUC. Kurz danach verschwindet der Kubaner mit der Negerin in der Küche, um seinen Anteil abzukassieren. Danach verabschieden wir uns und fahren nach Hause.

Am Abend spazieren wir noch einmal ins Zentrum, wo ich für morgen ein Internet-Cafe suche und auch in der Nähe des Hauptplatzes gefunden habe. Wir besuchen noch ein Lokal mit Live-Musik, trinken etwas und lassen die diesmal nicht gerade berauschende Darbietung über uns ergehen. So sitzen wir eine Weile gelangweilt herum und beschließen nach Hause schlafen zu gehen.

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