Über michBilderReiseberichteVideosPanoramabilderLinksGästebuch

Tag 02 -> 03.03.2007

Das Internet darf nicht fehlen
Ich stehe heute um 06:05 Uhr auf, es ist Samstag. Anscheinend habe ich fest geschlafen, den Weckruf von unserem "Goggeler" habe ich auf jeden Fall nicht gehört. Ich setze mich auf dem Vorplatz in einen Schaukelstuhl und schreibe meinen Bericht der letzten Tage. Nach dem Frühstück spaziere ich um 08:00 Uhr mit Joe und Gerhard ins Zentrum. Es kündigt sich wieder ein heißer, wolkenloser Tag an, das Leben in der Stadt ist bereits voll erwacht. Zielstrebig und süchtig nach einem Internetanschluss zieht es uns zum Postgebäude. Während Gerhard noch Geld wechseln geht müssen Joe und ich noch 15 Minuten bis zur Öffnung der Post warten. Wir setzen uns auf eine naheliegende Parkbank und beobachten das Geschehen. Ein alter Traktor mit rostigem Anhänger taucht mit viel Lärm hinter dem Postgebäude auf. Auf der Ladefläche steht ein alter Kubaner und schlägt mit einem Eisen wie wild gegen die Planken. Vor uns präsentiert sich die städtische Mullabfuhr, die im langsamen Tempo die Strasse entlang fährt und Müllsäcke von den Hausbewohnern entgegen nimmt. Mittlerweile wurden die Türen geöffnet und wir stürmen sofort ins Gebäude. Wir kaufen ein Ticket für 1 Stunde Internet (6.- CUC) und freuen uns schon auf Infos von der Heimat. Erst nach mehrmaligen Versuchen funktioniert unser PIN-Code und wir können nach Herzenslust, aber doch etwas langsam und behäbig surfen. Natürlich haben wir als erstes unseren Familien zu Hause eine E-Mail mit Infos von unserem bisherigen Reiseverlauf geschickt. Gerade als wir das Gebäude verlassen fährt Fritz mit dem Auto vor und wir fahren alle gemeinsam mit dem Auto zurück zur Wohnung. Der Hausherr ist übrigens heute schon zur Arbeit auf Cayo Coco gefahren, er ist jeden Samstag dort im Touristen-Zentrum als vielbeschäftigter Portrait-Maler tätig.

Zum Baden nach Cayo Coco
Auch wir fahren heute zum Baden nach Cayo Coco, die Fahrt führt uns vorbei an großen Plantagen in Richtung Norden. Die Insel Cayo Coco ist mit einem 17 km langen, aufgeschütteten Damm mit dem Festland verbunden. Bevor der eigentliche Damm beginnt werden an einem Checkpoint die Pässe kontrolliert und eine Gebühr von 2.- CUC pro Person eingehoben. Fritz erzählt, dass nur Touristen mit dem Auto auf die Insel dürfen, Einheimischen ist dies strengstens untersagt, ausgenommen sie arbeiten so wie Putscho auf der Insel. Weiters erwähnt er, dass links und rechts des Dammes normal viele Flamingos zu sehen sind.

Schier endlos scheint der Damm zu sein, Flamingos sind jedoch nicht zu sehen, dafür bemerkt Fritz auf einmal, dass das Auto bereits auf Reserve fährt. Er meint noch mit Zuversicht, dass eh eine Tankstelle auf der Insel ist, die wir jedoch nicht mehr erreichen. An einem kurvenreichen, links und rechts mit Gebüsch verwachsenen Strassenstück ist auch der letzte Tropfen Benzin verbraucht. Wir stellen an der rechten Strassenseite unser Auto ab und warten bis ein Auto in unserer Richtung auftaucht. Fritz hält dieses Auto an und fährt mit einer leeren Mineralwasserflasche Benzin holen. Wir machen es uns inzwischen gemütlich und essen vor allem die excelent schmeckenden kubanischen Bananen. Nach ca. 35 Minuten kommt Fritz mit einem LKW zurück und läuft uns lächelnd mit der gefüllten Mineralwasserflasche entgegen. Nach einfüllen des Benzins und 2 Startversuchen läuft das Auto sofort wieder und es geht weiter Richtung Insel, wo wir an der nächsten Tankstelle unser Auto voll tanken.

Zurück

Weiter

Danach fahren wir über steinige Feldwege zur Flamingo-Beach, eine schöne, weitläufige sandige Bucht fernab des großen Tourismusstromes. Als erstes sticht uns eine erhöhte Plattform, die wie ein Pfahlbau errichtet ist, ins Auge. Eine offene Grillstation sowie eine Bar mit schöner Terrasse ist hier vorhanden, davor erstreckt sich der herrliche Strand. Ein Kubaner winkt Fritz schon von weitem entgegen, es ist ein ehemaliger Schulkollege seiner Frau Carmen. Nicht weit entfernt von dieser Station lassen wir uns unter einem Schatten spendenden Verschlag nieder und mieten Liegestühle. Mein Blick schweift entlang des herrlichen, naturbelassenen Strandes und nachdem wir uns gegenseitig mit Sonnenschutzmilch eingeschmiert haben geht es sofort ins Wasser.

Zurück

Weiter

Türkisblau, kristallklar und mit herrlich angenehmer Temperatur präsentiert sich das Meer. Leider ist an diesem Strandabschnitt die Wassertiefe nicht gerade berauschend und man muss schon sehr weit hinaus gehen um endlich schwimmen zu können. Aber es war ein herrliches Gefühl, endlich in der Karibik an einem wunderschönen Strand, der uns dazu auch noch fast alleine gehört, zu schwimmen. Durch die geringe Wassertiefe finden wir im Wasser sowie am Strand zahlreiche Muscheln und vor allem wunderschöne Seesterne. Ein Spaziergang am kilometerlangen Sandstrand muss ich wegen der direkten Sonneneinstrahlung vorzeitig abbrechen und mich wieder mehr im Schatten aufhalten. Nach dem Joe vom Spaziergang zurück kommt gehe ich mit ihm an die Strandbar und freue mich auf ein kühles Bier. Nach der Bestellung von Joe „Una Cerveza caliente“ schaut uns der Barman verwundert an und glaubt seinen Ohren nicht zu trauen. Nachdem wir ihm noch einmal zum Verstehen gegeben haben, dass Joe sein Bier „caliente“ (warm) möchte, ich jedoch wie üblich „frio“ (Kalt) fragt er, woher wir kommen. Nachdem wir antworten „Austriaco“ gibt er sich zufrieden und holt das Bier. Etwas später kommen auch Gerhard und Fritz dazu und das Bucanero-Bier schmeckt uns ganz ausgezeichnet. Auffallend an dieser Strandbar ist der nicht gerade schmächtige Koch an der Grill-Station, der mit seiner Leibesfülle und seinem Aussehen eher untypisch für Kuba ist und mehr auf seinem Stuhl liegt als sitzt.

Während wir gemütlich an der Bar sitzen haben Urlauber aus Dänemark ein Mißgeschick der besonderen Art. Sie haben den Autoschlüssel ihres Mietautos verloren und suchen schon seit geraumer Zeit verzweifelt danach. Sie bitten das Personal der Strandbar um Hilfe und Fritz erklärt sich sofort bereit, das Urlauberpaar mit ihren Kindern zu ihrem Hotel in Cayo Coco zu fahren.

Zu schnell unterwegs
Nachdem Fritz zurück kommt ist für heute Schluss mit Baden und wir machen uns sonnengebräunt auf den Heimweg. Noch bevor wir die Hauptstrasse erreichen sehen wir einen Sattelzug am rechten Strassengraben, der seinen beladenen Aufleger während der Fahrt verloren hat und nicht gerade optimale Strassenlage aufweist. Natürlich ist uns sofort der Gedanke gekommen ein Foto von dieser Havarie zu machen. Als wir aber näher kommen und die bösen und grimmigen Blicke der beteiligten LKW-Fahrer sehen fahren wir weiter und lassen unsere Kameras lieber nicht aufblitzen. Bei der Rückfahrt sitzt übrigens Gerhard am Steuer und er hat es ziemlich eilig nach Hause zu kommen. Prompt werden wir von einer Polizeistreife auf der kurvenreichen Strecke angehallten und zu einer Geschwindigkeits- übertretung von 30.- CUC verdonnert. Radarpistole hat er natürlich keine, er hat unsere Geschwindigkeit, die sicher zu hoch war, ganz einfach geschätzt. Der junge Polizist ist übrigens sehr freundlich und hat sich fast entschuldigt, dass er für zu schnelles Fahren strafen muss. Die Strafe müssen wir nicht gleich bezahlen, die Geschwindigkeitsübertretung wird von der Polizei an das Mietautounternehmen gemeldet, wo wir dann bei der Abgabe des Autos den Betrag bezahlen müssen.

Wir fahren weiter und bleiben bei einer Raststätte stehen, an der Putscho nach seiner Arbeit auf der Insel öfters Halt macht und ein Aussichtsturm zum Beobachten der Flamingos vorhanden ist. Von Putscho ist allerdings nichts zu sehen und es sind auch sonst außer einem Busfahrer keine Gäste anwesend. Wir steigen auf den daneben stehenden Aussichtsturm, um eventuell doch noch Flamingos zu sehen. Leider war uns dieser Anblick nicht vergönnt und trinken unseren Kaffee.

Zurück

Weiter

Inzwischen hat Joe als Ersatz für die Flamingos ein Huhn auf dem Hinterhof gefangen und präsentiert uns das aufgescheuchte Federvieh. Anschließend fahren wir wieder nach Hause. Das Abendessen ist für uns schon wieder vorbereitet und danach setzen wir uns zum Ausklang auf die Terrasse im oberen Stock.

Überraschender Besuch
An diesem Abend bekommen wir zur späten Stunde noch Besuch. Am vorderen Terrassenaufgang steht ein Mann mit einer Frau und ersucht um Zutritt. Ich denke mir noch, den kenn ich doch und rufe Putscho zum Öffnen des Absperrgitters. Wie sich herausstellt ist es Schneider Walter aus Bregenz mit seiner kubanischen Schwiegermutter. Während meiner beruflichen Tätigkeit als Chef der Bodenseeschifffahrt habe ich öfters mit Schneider Walter geschäftlich zu tun gehabt. Ich freue mich über dieses unerwartete Wiedersehen und er erzählt, dass er die Familie Putscho gut kennt und er mit Kuba aus familiären Gründen schon lange eng verwurzelt ist. Um 23.00 Uhr ist für mich heute Schluss, ich verziehe mich in den unteren Stock und gehe zu Bett.

< zurück > nächste Seite